Spuren der Vergangenheit - 1. Historischer Stadtrundgang in Schwanebeck

 

 

Am 18. Mai trafen sich 20 interessierte Schwanebecker zum 1. Historischen Standrundgang durch ihren Heimatort. Angeboten wurde er vom Heimatverein Schwanebeck. Das Wetter lud regelrecht zu einem schönen Spaziergang ein. Angelika Arnoldt, tätig als Chronikbeauftragte im Heimatverein Schwanebeck und als ehemalige Geschichtslehrerin des Gymnasiums Osterwieck bestens mit der Historie vertraut, führte die Gruppe durch den Ort. Man traf sich am Rathaus, in dessen Foyer das wohl älteste Denkmal von Schwanebeck steht – das „Weichbild“. Mit Blick auf die „Petrikirche“ erzählte Frau Arnoldt von den furchtbaren Stadtbränden, bei denen eine große Menge Häuser und Scheunen, damals noch mit Strohdächern bedeckt, den Flammen zum Opfer fielen. Weiter ging es durch die Kurze Straße zum Plan, der vor Hunderten von Jahren noch Sumpfgebiet gewesen ist. Bevor es die Burgstraße hinauf ging, bekam jeder Teilnehmer eine Skizze der „alten Wallanlage mit der Ysimidiburg“. Anhand dieser Vorlage erklärte Frau Arnoldt allen, wo in etwa der Schutzwall begann, wo er entlang führte, wie breit und wie hoch er ungefähr gewesen sein musste. Im Laufe der Zeit wurde durch Umbau- und Straßenarbeiten vieles abgetragen, eingeebnet oder aufgeschüttet, so dass man heute keine präzisen Angaben über die genaue Größe der Wall-anlage machen kann. Wir ließen den „Freihof der Dorstadt´s“ in der Burgstraße rechts liegen und folgten der Stadtmauer. Zuerst begaben wir uns in die Turmstraße, wo sogar der „Panneturm“ besichtigt werden konnte. Das war ein kleines Highlight für die anwesenden Schwanebecker, denn kaum jemand von ihnen war bisher im Turm. 

 

Am anderen Ende der Turmstraße liefen wir an der „Oberpfarre“ vorbei. Hier stand einmal die „Petrikapelle“, von der man in der Chronik lesen kann. Auch das „Rittergut“ (heute Kindergarten) war Anlaufziel des Rundgangs. Dieses Gebäude war im 19. Jahrhundert einmal der Sitz des Landrates des Grafen von der Schulenburg-Altenhausen. Zum „Rittergut“ gehörten die Zuckerfabrik, die Brennerei, die Molkerei (in den 50er Jahren Wannenbad) und viele Flurstücke, auf denen z.B. Zuckerrüben angebaut wurden. Weiter ging es an der Stadtmauer entlang zum ehemaligen „Süderthor“ (Stadttor). Der Kirchplatz auf dem heutigen „Markt“ war früher ein Friedhof. Einst befanden sich eine Weinschenke, eine Schmiede und eine Badestube „Am Markt“. Im Hohenweg zeigte uns Frau Arnoldt eine alte Haus-Inschrift, die über einen großen Brand in Schwanebeck berichtet. Sehenswert ist auch das Gebäude des ehemaligen „Kaufhauses Könnemann“ (heute Apotheke). Die beiden letzten Ziele waren der „Rottorf´sche Freihof“ und die alte „Burg“, von der heute kaum noch etwas sichtbar ist. Nach einem fast 2stündigem, äußerst interessanten Rundgang durch einen Teil unserer schönen Stadt, war das Ziel erreicht. Im Heimathaus in der Oscherslebener Straße setzte man sich gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen und diskutierte noch angeregt über das Ein oder Andere aus der Geschichte der Stadt Schwanebeck.

Ich möchte mich als Vorsitzende des Heimatvereins und im Namen meiner Mitglieder sowie aller am Rundgang teilnehmenden Schwanebecker ganz herzlich bei Frau Arnoldt für diesen tollen und interessanten Nachmittag bedanken. Sie hat uns die Geschichte unserer Stadt mit ihren Erzählungen und ihrem Wissen näher gebracht. Vieles wird nun von uns aus einem ganz anderem Blickwinkel betrachtet und ist verständlicher geworden, weil Frau Arnoldt auf unsere vielen Fragen immer eine Antwort hatte.

 

Petra Hein

Vorsitzende

 

Wer ebenfalls Interesse an einem Stadtrundgang hat, der kann sich beim Heimatverein Schwanebeck unter 0157/03367598 melden. Dieser Stadtrundgang wird am 31. August 2019 noch einmal wiederholt.